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Die Narthex sucht redaktionellen Zuwachs

Um was geht es?

Das Organ der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie, Narthex. Heft für radikales Denken, erweitert seine gegenwärtig vierköpfige Redaktion. Wir rufen daher alle Interessierten auf, uns bis zum 31. 10. 2018 einen kurzen Bewerbungstext zukommen zu lassen, aus dem eure Motivation, eure Themenschwerpunkte, bisherige Erfahrungen (z. B. in ähnlichen Projekten) sowie eine Vorstellung, welche Aufgaben ihr gerne übernehmen würdet, hervorgehen. Unsere E-Mail-Adresse: harp [at] riseup.net

 

Wer sind wir?

Die Narthex gibt es seit 2014, sie ist eine jährlich erscheinende Philosophiezeitschrift, die in einer Auflage von etwa 500 Stück erscheint und im gesamten deutschsprachigen Raum vertrieben wird. Die Halkyonische Assoziation für radikale Philosophie ist eine ebenfalls seit 2014 bestehende Vereinigung von Philosophieinteressierten, die vor allem in Leipzig und Frankfurt am Main bereits zahlreiche Vorträge, Tagungen und Workshops organisiert hat und unter dem Schutz unseres Wappentiers, dem Eisvogel (gr. Halkyon), der kritischen philosophischen Reflexion gegenwärtiger gesellschaftlicher Probleme verpflichtet ist. Der Name unseres Hefts leitet sich ebenfalls aus dem Griechischen ab und bedeutet ‚Riesenfenchel‘, wir spielen damit auf den mythischen Feuerraub des Prometheus an als Fanal der Aufklärung.

Wir haben uns in unseren Heften u. a. den Schwerpunktthemen Subjekt- und Religionskritik, Nietzsche und Marx gewidmet und versuchen sowohl jungen als auch etablierten Autoren und Autorinnen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken einem größeren Publikum mitzuteilen. Das waren in der Vergangenheit zum Beispiel Hartmut Rosa, Thomas Seibert, Barbara Holland-Cunz und Achim Szepanski. Neben klassischen Essays veröffentlichen wir auch andere Textformen wie Comics, experimentelle Collagen und Interviews. Gegenwärtig arbeiten wir an der fünften Ausgabe, die sich dem Thema Authentizität widmen soll. (Continued)

Identitätskrise – Eine Vortragsreihe in Leipzig am 21. & 26. 6. 2018

Identitätskrise

Drei kritische Interventionen

 

Der Begriff der „Identität“ ist selbst identitär aufgeladen. Gilt er den einen als Gegenbegriff zu moderner Dekadenz und Sittenverfall, gilt er den anderen als Teufelszeug, das es rundherum abzulehnen gälte. Die einen sehen das Abendland in einer Identitätskrise versinken, die anderen erblicken in ihr die Chance eines postidentitären Aufbruchs. Auch von linker Seite wird das Konzept einer „Identitätspolitik“ von manchen als Werkzeug postmodernen Widerstands betrachtet, von anderen als Annäherung an rechte Identitätsverklärung kritisiert.

In drei Vorträgen will sich diese Reihe kritisch mit dem Konzept der „Identität“ vor dem Hintergrund des Erstarkens identitärer Bewegungen in der Region Leipzig und weltweit auseinandersetzen. Die gewählten Perspektiven sind dabei so vielfältig wie das Thema selbst. Am 21. 6. möchten Paul Stephan und Benjamin Kaiser jeweils eine Kritik an diesem Konzept mit dem Versuch verknüpfen, ein Gegenmodell dazu vorzuschlagen. Paul Stephan möchte in seinem Vortrag zu diesem Zweck den Begriff der Authentizität ins Spiel bringen und Thesen für eine anti-identitäre Bewegung zur Diskussion stellen. Benjamin Kaiser plädiert in seinem Vortrag mit Emmanuel Levinas für eine „Kleine Identität“ als Gegenmodell zu der „großen“ der identitären Bewegung. Am 26. 6. nimmt Christian Niemeyer die Identitätskrise Friedrich Nietzsches nach der Wagnerära resp. den „Fall Nietzsche(s)“ zum Aufhänger für seine Antwort auf die Frage, warum da einer nicht wurde, wer er ist: Nietzsche.

Die Vortragsabende beginnen jeweils um 19 Uhr und finden im Conne Island in Leipzig statt.

Die Veranstaltung wird gefördert vom FSR Politikwissenschaft der Universität Leipzig.

(Continued)

Stellungnahme der Redaktion der „Narthex“ zum Editorial des CEE IEH-Newsflyers vom März/April 2018

Die Redaktion des vom Conne Island herausgebenen Newsflyers hatte im Editorial der März/April-Ausgabe gegen die Releaseveranstaltung der Narthex 4 polemisiert und unseren Ankündigungstext nicht abgedruckt. Mittlerweile wurde klargestellt, dass es sich bei Letzterem um ein Versehen handelte, und es wurde folgende Replik unsererseits in der aktuellen Ausgabe des Newsflyers veröffentlicht.

 

Im Frühling blühen die Narzissen

Eine Replik der Redaktion der Zeitschrift Narthex

 

Vorneweg: Wir finden es in Ordnung, wenn die Redaktion eines Organs wie des CEE IEH Newsflyers das Editorial nutzt, um polemisch gegen eine im Conne Island stattfindende Veranstaltung zu schießen. Die Redaktion des Newsflyers hat uns schließlich nicht eingeladen (wie übrigens auch das CI als Gesamtprojekt nicht – wir haben den Raum vielmehr von uns aus angefragt). Was wir nicht okay finden, ist, wenn, wie geschehen, gleichzeitig der von uns eingesandte Vorstellungstext nicht abgedruckt wird und uns die Chance einer fairen Selbstdarstellung so genommen wird. Im Endresultat wird unsere Releaseveranstaltung wie auch unsere Zeitschrift insgesamt in ein völlig falsches Licht gerückt. Diese Falschdarstellung unseres Projekts und unseres Anliegens soll nun zurechtgerückt werden.

Der Rahmen, in den unsere Zeitschrift gestellt wird, ist die Diskussion darüber, ob man aus emanzipatorischer Sicht eher für eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten votieren (insbesondere wegen der ‚Spätis‘) oder darin, wie die Redaktion des Newsflyers, eine Kampagne neoliberaler Kapitalisten erblicken sollte, die es abzulehnen gilt. Der ersteren Fraktion werden wir zugeschlagen mitsamt den Leipziger Jungen Liberalen und der HHL Leipzig Graduate School of Management.

In der Tat hielt bei der thematisierten Release-Veranstaltung Paul Stephan, der selbst Mitglied der Redaktion ist, einen Vortrag auf der Basis seines in unserer aktuellen Ausgabe marX. Politische, Ökonomie, Philosophie abgedruckten Artikels Jenseits des Leistungsprinzips. Das Lumpenproletariat als aktuelles Problem, in dem er dafür argumentiert, den Markt aus einer emanzipatorischen Perspektive nicht einfach zu verteufeln, sondern sein selbst emanzipatorisches Potential anzuerkennen. Eine simple Marktablehnung sei demgegenüber regressiv. Sein Kernpunkt lautet dabei, dass der Vorteil des Marktes ist, individuellen Narzissmus – wie er nun einmal ein Faktum ist – nicht einfach nur zu unterdrücken oder zügellos zu entfesseln, sondern ihn zu kultivieren und nutzbar für das Allgemeinwohl zu machen. Um das Beispiel der Redaktion des Newsflyers aufzugreifen: Es gibt offenbar ein starkes gesellschaftliches Bedürfnis danach, auch noch nachts und an Sonn- und Feiertagen Lebensmittel, Tabak und Spirituosen zu erwerben. Zugleich gibt es aber ein Bedürfnis danach, möglichst wenig zu arbeiten und erst recht nicht zu diesen Zeiten. Da der Extraprofit, den die ‚Spätis‘ offensichtlich erwirtschaften können, so hoch ist, finden sich trotzdem einige Leute, die bereit sind, ihre Läden auch zu diesen Zeiten aufzumachen – und dabei sogar staatliche Repression in Kauf zu nehmen. Nicht, weil sie denjenigen, die zu diesen Zeiten gerne etwas einkaufen wollen, einen Gefallen tun wollen oder weil es ihnen irgendwer befehlen müsste – sie agieren vielmehr aus in zweckrationales Handeln übersetztem Eigennutz heraus. Sie sind so faul und eitel wie alle anderen auch – doch der Markt legt ihnen nahe, ihre Faulheit und Eitelkeit zu überwinden, um dafür jedoch letztendlich ökonomisch entschädigt zu werden und zu anderen Zeiten faul sein und ihrer individuellen Eitelkeit frönen zu können. Auch die Redakteure des Newsflyer werden wohl ab und an ihren Nutzen daraus ziehen und sich noch um 1 Uhr nachts ein Bier im ‚Späti‘ um die Ecke holen.

Das ist das Tolle am Markt: Sobald irgendein Bedürfnis auftritt, hinter dem eine halbwegs zahlungskräftige Nachfrage steht, wird sich irgendein findiger Geschäftsmann oder eine clevere Geschäftsfrau finden, der oder die es befriedigt. Der Staat und andere Autoritäten bleiben demgegenüber oft machtlos. ‚Toll‘ ist dabei doppelsinnig zu nehmen: Natürlich gehen mit dieser Entfesselung der Bedürfnisse auch viele Probleme einher. Der Markt ver–rückt die Welt, der Unternehmer ist der Unruhestifter par excellence. Und natürlich macht er dabei auch vor der Sonntags- und Nachtruhe nicht Halt.

Der Markt entfesselt die Bedürfnisse. Die führt nun allerdings in der Tat zu Interessengegensätzen: Das Bedürfnis derer, die gerne noch spät einkaufen wollen, und das derer, bei denen sie einkaufen, kollidiert mit dem derjenigen, die in diesen Läden lohnarbeiten müssen und vom erwähnten Extraprofit somit nur vermittelt profitieren. Hinzu kommt das allgemeine Bedürfnis nach geregelten Arbeits- und Ruhezeiten. Auch wenn die Empirie zeigt, dass auch sehr liberale Öffnungszeitengesetze mitnichten dazu führen, dass darum auch rund um die Uhr Geschäftigkeit herrscht (was auch nicht im Interesse der Unternehmer an einer ausgeruhten Belegschaft liegen kann), lässt sich nur schwerlich bestreiten, dass es hier nicht doch staatlichen Eingriffs und gewerkschaftlichen Kampfs bedarf.

Womit wir mitten im Thema wären, das uns als Gesamtredaktion eigentlich interessiert und das wir bei unserer Releaseveranstaltung diskutiert haben: den Klassenkampf, den als Grundgesetz aller geschichtlichen Entwicklung erkannt zu haben einer der großen Verdienste von Marx ist. Während Paul Stephan gewissermaßen die Partei des Unternehmertums vertrat (wobei sich im Verlauf der Diskussion klar herausstellte, dass er sich selbst eher als Marktsozialisten denn als Freihandelsliberalen bezeichnen würde), widmete sich der zweite Vortrag von Hans Stephan Marx’ und Engels Gewerkschaften und vertrat gewissermaßen den Standpunkt des Proletariats. Und das Heft selbst umfasst zehn weitere Artikel und Interviews, die sich alle aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus mit „marX“ befassen. Hätte die Redaktion des Newsflyers den von uns eingereichten Selbstdarstellungstext oder auch nur mehr als den letzten Absatz des Ankündigungstextes unserer Veranstaltung gelesen, wäre das schnell klar geworden.

Das Anliegen unseres Heftes ist so oder so, die Eintönigkeit, mit der Marx oft diskutiert wird, hinter uns zu lassen und Marx als lebendigen Dialogpartner zu behandeln, den es nicht nur auszulegen, sondern den es auch anzugreifen und zu kritisieren gilt. Es gilt dabei v. a., ihn einfach mal ernst zu nehmen: Denn ob Marx nicht selbst für eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten Partei ergriffen hätte, ist überhaupt nicht ausgemacht. Im Gegenteil hätte er sie wahrscheinlich sogar als Fortschritt der Kapitalisierung der Welt, die er mit einem Fortschritt in der allgemeinen Emanzipation der Menschheit für identisch hielt – so bürgerlich und liberal war Marx – begrüßt und gegen konservative Bedenkträgerei verteidigt.

Sich einzelne Sätze aus irgendwelchen Texten herauszugreifen und von diesen ausgehend dann eine Feindbestimmung vorzunehmen – das ist eine leichte Übung und unsere Sache nicht. Wir wollen lieber von der Sache her denken und von dieser her gedacht auch widerstreitenden Perspektiven auf denselben Gegenstand Raum geben, um den Widerstreit überhaupt erst einmal kenntlich zu machen und seinen Austrag zu ermöglichen. Das ist uns in unserer Releaseveranstaltung wie auch dem Heft, denken wir, gelungen. Es ist schade, dass die Redaktion des Newsflyers mit der dadurch erzeugten Vieldeutigkeit nicht umzugehen wusste und uns gleich den Stempel ‚Feind‘ aufdrücken musste – und uns dementsprechend feindselig behandelte. Leider ist dies eine in der Linken oft zu beobachtende Vorgehensweise. Man kann dies auch auf den Begriff der Dummheit bringen – die moralisch verwerflich wird, sobald sie selbst gewählt ist. Wir halten es dagegen mit der Philosophie als „der Gedanke, der sich nicht abbremsen lässt.“ (Adorno)

Wer mehr über die Zeitschrift Narthex und unser Projekt als Ganzes erfahren möchte, dem sei unsere Internetseite empfohlen: harp.tf.

Marx wird 200!

Am 5. Mai 1818 kam in Trier Karl Marx zur Welt. Wir erinnern zu diesem Anlass an unser Kampagnenvideo für die Narthex 4, das mit einem kleinen Ständchen für den Jubilar anhebt, und zur Feier des Tages versenden wir alle Bestellungen, die heute bei uns eingehen, frei Haus.

Happy birthday, comrades!

Release der Narthex 4 am 27. März um 19 Uhr im Conne Island in Leipzig

Da unser Crowdfunding-Call erfolgreich war (vielen Dank an dieser Stelle an alle, die ihn unterstützt haben!), konnte die neue Narthex nun in den Druck gehen und wird wie geplant am 27. März um 19 Uhr im Conne Island in Leipzig vorgestellt werden. Ab sofort kann das Heft per E-Mail an uns, über unseren Online-Shop oder in einem der uns vertreibenden Buchläden gegen eine Schutzgebühr von 5 € erworben werden.

Bei der Release-Veranstaltung werden Paul und Hans Stephan unter dem Motto „Marx im Klassenkampf – Zwischen Lumpenproletariat und Gewerkschaft“ ihre Artikel mit Blick auf die Leitfrage „Was hat uns Marx‘ Theorie des Klassenkampfs heute noch zu sagen?“ vorstellen und diskutieren. Hans Stephan zeigt, dass Marx und Engels der gewerkschaftlichen Organisierung eine durchaus wichtige Funktion im allgemeinen Emanzipationskampf des Proletariats zuschrieben und die Gewerkschaften als „‚Kriegsschulen‘ der Arbeiter*innenklasse“ betrachteten. Paul Stephans Artikel behandelt das nach wie vor für eine linke Theorie und Praxis höchst relevante Problem des Narzissmus, das Marx und Engels unter dem Stichwort des „Lumpenproletariats“ behandelten: Gegen Marcuses revolutionären Narzissmus, Stirners narzisstischen Individualanarchismus, reaktionäre narzisstische Größenphantasien, aber auch die autoritäre Unterdrückung narzisstischer Impulse plädiert der Autor mit Hegel und Marx für die sanfte, den Narzissmus nicht einfach nur unterdrückende, sondern kultivierende Macht des Marktes und das Leistungsprinzip als Grundpfeiler humanen Fortschritts.

Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt der gesamten Bandbreite des Heftes, das sich nebem dem Schwerpunktthema „Marx im Klassenkampf“ auch den Themenkomplexen „Marx in der philosophischen Tradition“, „Marx im Naturverhältnis“ und „Marx in der Gegenwart“ widmet. Es beinhaltet insgesamt 12 Artikel und Interviews zu so unterschiedlichen Aspekten der Marxschen Theorie wie sein Verhältnis zur Aristoteles, seine Relevanz für die feministische Diskussion und sein Demokratieverständnis. Marx soll dabei nicht als toter Götze behandelt werden, sondern als Gesprächspartner, mit dem man auch kritisch umgehen kann.

Über unser redaktionelles Konzept und den Inhalt informieren detailliert unser Editorial und das Inhaltsverzeichnis.

Back to the Roots: Die Geburt der kritischen Theorie aus dem Geiste des 19. Jahrhunderts

Back to the Roots

Die Geburt der kritischen Theorie aus dem Geiste des 19. Jahrhunderts

 

Drei Workshops im SoSe 2018 in Frankfurt am Main

 

Die Halkyonische Assoziation für radikale Philosophie lädt ein zu drei vom studentischen Projektrat der Goethe-Uni geförderten Workshops im SoSe 2018. Der genaue Ort wird den gemeldeten Teilnehmern jeweils mitgeteilt.

 

a) 20./21. 4.: Zum Naturbild des 19. Jahrhunderts

 

Die sog. Naturwissenschaften, wie sie uns heute vertraut sind, sind vor allem ein Produkt des 19. Jahrhunderts: Geht ihre disziplinäre Aufteilung in Physik, Chemie und Biologie oder ihre institutionelle wie methodische Abgrenzung zur Philosophie und den Sozial- bzw. Geisteswissenschaften in den Anlagen bereits auf Aristoteles zurück, ist die uns heute gewohnte Form (nicht zuletzt vermittelt durch die Schulfächer) noch recht jungen Datums und war lange Zeit umkämpft. Nicht zufällig wird häufig auch von „two cultures“ gesprochen, wie sie sich in Frankfurt etwa auch räumlich manifestieren in den getrennten Campussen Westend und Riedberg. Der Workshop will dieser historischen Entwicklung nachspüren, um der Frage nach dem Verhältnis von Natur und Gesellschaft ggf. neue Impulse zu geben: Ist nicht jede Gesellschaftskritik auch eine Frage nach dem adäquaten Verständnis von Materie?

Um eine Voranmeldung bis zum 16. 4. über unser Kontaktformular wird gebeten.

 

b) 20.-22. 4.: Einführung in den Links-Nietzscheanismus

 

War Nietzsche Protofaschist, radikaler Aufklärer oder anarchischer Revolutionär? Der Workshop will dieser Frage anhand einschlägiger Primär- und Sekundärtexte nachgehen zum Politischen bei Nietzsche und seiner Rezeptionsgeschichte.

Eine verbindliche Voranmeldung bis zum 4. 4. über unser Kontaktformular ist zwingend erforderlich.

 

c) 19.-21. 5.: Pfingsterleuchtung 2018: Stirners politische Philosophie

 

Stirner vertritt einen radikalen Individualismus. Marx und Engels sahen darin einen gefährlichen kleinbürgerlichen Anarchismus, den es zu bekämpfen gälte, zahlreiche Anarchisten sahen in Stirner jedoch einen wichtigen Vordenker. Heute erhält sein Denken neue Relevanz angesichts der Debatte um eine neoliberale Subjektivität.

Es soll beim Workshop vor allem um Stirner politische Philosophie gehen, speziell seine bis heute bedeutsame Liberalismus- und Sozialismus-Kritik. Hinzu sollen Auszüge aus Marx‘ Stirner-Kritik und jüngere Sekundärliteratur kommen.

Eine verbindliche Voranmeldung bis zum 4. 5. über unser Kontaktformular ist zwingend erforderlich.

Narthex 2 online

 

Anlässlich unseres Crowdfunding-Calls für die Narthex 4 wollen auch wir uns nicht lumpen lassen und stellen die zweite Ausgabe der Narthex nun kostenlos als PDF zum Download zur Verfügung. Ohne ein Leitthema auskommend gerät dieses Heft zu einem wahrhaft dionysischen Reigen unterschiedlichster Artikel, zusammengehalten durch das bunte Band eines von Mia Löb gezeichneten, von den Brüdern Hans, Jakob und Paul Stephan getexteten Comics, der den Tabu-Begriff diskutiert – ein schon damals aktuelles Thema, das in der heutigen Welt des „Empöre“ nur noch mehr unter den Nägeln brennt. Inhaltlich geht es u. a. um den Begriff des „Halkyonischen“, eine Kritische Theorie der Behinderung, das Finanzkapital und den Neoliberalismus.

Zum Inhaltsverzeichnis

Zum kompletten Heft als PDF

Zum Comic als separatem PDF

Crowdfunding für die Narthex 4!

 

Proletarierinnen und Proletarier aller Länder!

Die Narthex braucht Eure Unterstützung!

Mehrere Monate lang haben wir fleißig Texte geschrieben, korrigiert und gelayoutet und dabei ein knapp 100 Seiten dickes Philosophie-Magazin geschaffen. Das Thema dieses Mal: Karl Marx, der bedeutende Philosophie, Ökonom und politische Theoretiker, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert. Nun mangelt es uns, um in den Druck gehen zu können – wie so oft im Kapitalismus (wer wusste das besser als der Autor des Kapital?) -, noch an einem: dem schnöden Mammon.

Zerschlagt daher Eure Sparschweine, zückt Eure Brieftaschen, leert Eure Bankkonten, verkauft Eure Aktien!

Unterstützt unsere bis zum 13. 3. laufende Crowdfunding-Kampagne auf Startnext, wo Ihr auch weitere Details zu ihrem Inhalt erfahrt: https://www.startnext.com/narthex-4-marx

Die Kampagne wird nur funktionieren, wenn sie auch bekannt wird – teilt sie daher auf Facebook, erzählt Euren Freunden und Genossen von ihr, verschickt den Link per E-Mail. Alle sozialen Netzwerke müssen bedient werden!

Ermöglicht das Erscheinen eines tollen, einmaligen Beitrags zur Debatte um die Aktualität um Marx‘ Philosophie – und gebt uns einen Motivationsschub für die Arbeit an der kommenden Ausgabe der Narthex, die sich dem ebenfalls hochaktuellen Thema der „Authentizität“ widmen soll.

Für eine Assoziation der Hellsichtigen

Eine Assoziation über alle Länder gründen, besonders in Deutschland, die dem Entsetzen Ausdruck verleiht, die keinen affirmativen Glauben haben, weder die Metaphysik noch die Politik. Diese erscheint ihnen im wahnsinnigen Nachkriegseuropa als humane Praxis unmöglich, jene als Galimathias. Die das Grauen des Wirtschaftswunders erfassen, die verlogene Demokratie, die Bestechungsprozesse mit Hitlerrichtern, den Luxus und das Elend, die rancune und Absage an jede Anständigkeit, die Bewunderung der östlichen und westlichen Magnaten, die Auflösung des Geistes, die Verprovinzialisierung der alten Zivilisation, für die wäre die Assoziation eine Art Heimat. Keine Revolution im Schilde führend, weil sie in nacktem Terror endigt, wären sie doch freilich ohnmächtige Erben der Revolution, die sich nicht ereignet hat, die armen Hellsichtigen, die in die Katakomben gehen.

(aus Max Horkheimer: Notizen 1950 bis 1969. Frankfurt a. M. 1974, S. 107)

Einführung in den Links-Nietzscheanismus – Workshop in Meiningen // 15. bis 17. 12. 2017

Einführung in den Links-Nietzscheanismus

Workshop vom 15. bis 17. 12. 2017

in der Bakuninhütte bei Meiningen (Thüringen)

 

Die Einschätzungen zu Nietzsche von linker Seite könnten unterschiedlicher nicht sein: Gilt er den einen als misogyner Protofaschist, halten ihn die anderen für einen zentralen Impulsgeber kritischer Theorie, vielleicht gar wichtiger als Marx. Die Geschichte des Links-Nietzscheanismus ist dabei wissenschaftlich kaum erforscht, die Wichtigkeit dieser geistigen Strömung jedoch nicht zu leugnen: Mit Frankfurter Schule und Post-Strukturalismus zählen schließlich die beiden wichtigsten Großschulen linker Theoriebildung Nietzsche zu ihren Annalen als konstitutiven Stammvater, aber etwa auch Situationismus, Existenzialismus, Surrealismus, Anarchismus und Feminismus knüpfen in zentralen Punkten an Nietzsche an. Zugleich gibt es aber auch eine nicht zu leugnende Tradition des Rechts-Nietzscheanismus, die im Nietzsche-Kult von Teilen der NSDAP gipfelte. Wie geht das zusammen?

Es wird um vorherige Anmeldung gebeten, um den Reader und Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten zu erhalten. Benutzt dafür am besten unser Kontaktformular.

Der Referent Paul Stephan hat in Frankfurt a. M. und Dublin Philosophie, Soziologie und Germanistik studiert und promoviert in Freiburg über das Konzept der Authentizität bei Kierkegaard, Stirner und Nietzsche. Er ist Mitglied der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie und als solcher Mitherausgeber der Zeitschrift Narthex. Heft für radikales Denken.

Der Workshop wird veranstaltet vom Wanderverein Bakuninhütte e. V. und der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie.