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Erinnerung an unsere Crowdfundingkampagne

So in etwa wird das Cover aussehen.

Unsere Crowdfundingkampagne läuft nun schon seit etwa einem Monat. Wir konnten zwar schon etwa ein Drittel der erforderlichen Summe für Druck und Layout der neuen Narthex einsammeln, doch das heißt eben auch, dass noch zwei Drittel, etwa 1.400 €, fehlen – und wir haben nur noch bis zum 31. Oktober Zeit. Wir rufen daher noch einmal dringend dazu auf, unseren Aufruf zu unterstützen und ihn an möglichst viele Interessenten zu teilen – denn sonst können wir schlimmstenfalls das Heft nicht drucken und hunderte von Stunden unbezahlter Arbeit der Redaktion, der Autorinnen und Autoren und unserer zahlreichen sonstigen Helferinnen und Helfer wären umsonst gewesen.

Also: Ran an die Tasten und Mäuse – rettet den Eisvogel!

Hier noch einmal die Vollversion unseres Kampagnenvideos Authentizität authentisch (die Kurzversion findet ihr auf unserer Kampagnenseite, es gibt außerdem noch einen separaten Film Authentischer Dialog im Laubengang):

Narthex 3 online

Wie beim letzten Mal haben wir nun auch anlässlich unseren aktuellen Crowdfundingcalls die vorletzte, dritte, Ausgabe der Narthex, … Nietzsche! – …, online gestellt. Sie kostet außerdem, ebenso wie die zweite, beim Direktbezug über uns nur noch 1 € zzgl. Porto (wobei wir natürlich darum bitten, sie bis zum Ablauf der Kampagne über die Startnext-Seite zum Solidaritätspreis von 5 € [inkl. Porto!] zu bestellen). Wir wollen dadurch zum einen unsere Lagerbestände ein wenig verringern – und zumal wurden die Druckkosten ja zu einem nicht geringen Teil über öffentliche Gelder finanziert, so dass wir es nur fair finden, die Zeitschrift nach einer gewissen Zeit zu einem eher symbolischen Preis zu vertreiben.

Link zur PDF-Datei

 

Aus dem Inhalt:

Editorial: Ein Janus-Kopf. Zum Geleit

Das Eselsfest. Ein Nietzsche-Festival

Paul Stephan: Gedanken und Gedankenstriche. Überlegungen zu Nietzsches Satzzeichen

Helmut Heit: Nietzsches Aktualität als Kämpfer gegen seine Zeit

Dagmar Kiesel: „Auch du könntest wohl aus Überfluss und Weisheit zu einem Esel werden“ oder: Warum Jasagen eine Tugend sein kann

Niklas Fiedler: Von der Erlösung

Niklas Fiedler: Das ewige Erlösungsproblem

Alex Colligs: Moral rückwärts: Breaking Bad

Paul Stephan: Breaking Bad, der Rausch und die Gegenwart der Tragödie

Achim Szepanski: Wie man mit und gegen Nietzsche eine Musikbox für Blackness herstellt, die kein Vorspiel mehr zu einer – tieferen – mächtigeren – vielleicht böseren – und geheimnisvolleren Musik, sondern diese selbst ist: eine Nicht-Musik oder eine Musik-Utopie.

 

 

Unterstützt die Narthex 5!

Wie schon zu vor über einem Jahr die Narthex 4, wollen wir nun auch die Narthex 5 teilweise durch eine Crowdfundingkampagne finanzieren. Wir wollen zum Thema „Personale Authentizität“ ein wie gewohnt buntes, anregendes und tiefschürfendes Heft produzieren, mit dessen Inhalt wir auch schon fast fertig sind. Doch es gilt wie stets im Leben unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen: Ohne Bares nichts Wahres.

Alle Informationen zu unserem Aufruf findet Ihr auf unserer Startnext-Seite: https://www.startnext.com/narthex-5

Herzstück unserer Kampagne ist der Kurzfilm Authentizität authentisch, auf dem es auf unserem Youtube-Kanal auch einen „Director’s Cut“ zu sehen gibt sowie die zu einem separaten Kurzfilm umgearbeitete Schlüsselszene „Authentischer Dialog im Laubengang“, in der die Redaktion der Narthex einen fiktiven Dialog zwischen wichtigen Philosophen zum Heftthema aufführt.

Der Aufruf läuft bis zum 31. 10.!

 

Die HARP – ein [ideelles] „Kloster für freiere Geister“?

Paul Stephans Vortrag anlässlich des 5-jährigen Bestehens der HARP zum Anhören. Die beiden anderen Theorievorträge von Gary Shapiro und Corinna Schubert werden in der Narthex 5 veröffentlicht werden.

Ergebnis des Eos-Preises 2019

Mittlerweile stehen die Gewinner des diesjährigens Eos-Preises für philosophische Essayistik fest. Es handelt sich um:

1.) Tina Kniep & Anton Röhr: „Scheiß auf Authentizität, ich will einfach nur ich selbst sein!“ Versuch der Rehabilitation eines gebeutelten Begriffs
2.) Lea Mara Eßer: Ich als die ängstigende Möglichkeit zu können (zu Søren Kierkegaard)
3.) Rafael Rehm: Personale Authentizität als diskontinuierlicher Wahrnehmungs-Schrecken. Der Bildbegriff des französischen Surrealismus in Bezug auf personale Authentizität
Wir gratulieren den drei genannten ganz herzlich. Die Preisverleihung wird voraussichtlich im November in Leipzig anlässlich des Release der neuen Narthex, in der die drei Siegeressays dann auch nachgelesen werden können, stattfinden.
Alle Einsendungen belohnen wir mit einer kostenlosen Ausgabe der kommenden Narthex, einige ausgewählte haben wir zudem in den letzten Wochen auf dem HARPblog veröffentlicht.

 

Neue Ausschreibung: Die „Narthex“ sucht redaktionellen Zuwachs

Worum geht es?

Das Organ der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie, Narthex. Heft für radikales Denken, erweitert seine gegenwärtig vierköpfige Redaktion. Wir rufen daher alle Interessierten auf, uns bis zum 31. 10. 2019 einen kurzen Bewerbungstext zukommen zu lassen, aus dem eure Motivation, eure Themenschwerpunkte, bisherige Erfahrungen (z. B. in ähnlichen Projekten) sowie eine Vorstellung, welche Aufgaben ihr gerne übernehmen würdet, hervorgehen. Schreibt auch gerne dazu, zu welchen Themen ihr gerne ein Heft mit uns machen wolltet. Unsere E-Mail-Adresse: harp [at] riseup.net

 

Wer sind wir?

Die Narthex gibt es seit 2014, sie ist eine jährlich erscheinende Philosophiezeitschrift, die in einer Auflage von etwa 500 Stück erscheint und im gesamten deutschsprachigen Raum vertrieben wird. Die Halkyonische Assoziation für radikale Philosophie ist eine ebenfalls seit 2014 bestehende Vereinigung von Philosophieinteressierten, die vor allem in Leipzig und Frankfurt am Main bereits zahlreiche Vorträge, Tagungen und Workshops organisiert hat und unter dem Schutz unseres Wappentiers, dem Eisvogel (gr. Halkyon), der kritischen philosophischen Reflexion gegenwärtiger gesellschaftlicher Probleme verpflichtet ist. Der Name unseres Hefts leitet sich ebenfalls aus dem Griechischen ab und bedeutet ‚Riesenfenchel‘, wir spielen damit auf den mythischen Feuerraub des Prometheus an als Fanal der Aufklärung.

Wir haben uns in unseren Heften u. a. den Schwerpunktthemen Subjekt- und Religionskritik, Nietzsche und Marx gewidmet und versuchen sowohl jungen als auch etablierten Autoren und Autorinnen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken einem größeren Publikum mitzuteilen. Das waren in der Vergangenheit zum Beispiel Hartmut Rosa, Thomas Seibert, Barbara Holland-Cunz und Achim Szepanski. Neben klassischen Essays veröffentlichen wir auch andere Textformen wie Comics, experimentelle Collagen und Interviews. Gegenwärtig arbeiten wir an der fünften Ausgabe, die sich dem Thema Authentizität widmen und Ende 2019 erscheinen soll. Das Thema der anstehenden sechsten Ausgabe wollen wir gemeinsam mit den neuen Redaktionsmitgliedern festlegen. (Continued)

Thema der Narthex 6: Sahra Wagenknecht – Der Marx des 21. Jahrhunderts

Aufgrund der großzügigen Förderung eines anonymen Mäzens sind wir schon, bevor die Arbeit an der fünften Ausgabe der Narthex ganz abgeschlossen ist, in der Lage, einen ersten Einblick in die ebenfalls schon weit fortgeschrittene sechste Nummer zu geben. Wir sind stolz, dass dieses Mal ausnahmsweise kein toter weißer Mann, sondern eine quicklebendige weise Frau mit iranischen Wurzeln im Fokus stehen wird: Sahra Wagenknecht, die wir für die bedeutendste kritische Theoretikerin der Gegenwart halten.

Hier ein erster Einblick in die bislang feststehenden Artikel – weitere Anfragen wurden bereits gestellt.

Coverentwurf zum ersten Teilheft der Narthex 6.

Das Heft wird dieses Mal aus zwei jeweils etwa 120 Seiten starken Einzelnummern besten. Das erste Teilheft wird sich ganz Sahra Wagenknecht selbst widmen. Wir hatten die Gelegenheit, über mehrere Tage hinweg einen Dialog mit ihr zu führen, den wir in voller Länge abdrucken werden. Von Thales bis Meillassoux gehen wir gemeinsam mit ihr die gesamte Philosophiegeschichte durch und befragen sie zu ihrem Urteil zu den bedeutendsten Figuren. Sie gibt sich dabei als Kennerin nicht nur der europäischen Philosophie zu erkennen, sondern auch der arabischen. Ihre politische Theorie sei nicht nur stark von Marx und Hegel beeinflusst – im Hintergrund stehe stets die Metaphysik Avicennas. Um ihn besser zu verstehen, habe sie sogar angefangen, Arabisch zu lernen, und übe es fleißig mit einem Tandempartner, der aus Syrien geflüchtet ist. Sie plane ihren Rückzug aus der Politik, den sie u. a. dazu nutzen will, an einer anstehenden Neuübersetzung der Werke Avicennas mitzuwirken, deren oftmals sublimer gesellschaftskritischer Gehalt von den bisherigen Versuchen in diese Richtung oftmals unterschlagen werde. Noch wichtiger sei ihr jedoch, an ihrem magnum opus zu arbeiten, einer auf drei Bände angelegten Analyse des gegenwärtigen Gesellschaftssystems. Gebannt lauschten wir ihren oftmals mehrstündigen Monologen, die sich um sämtliche Grundfragen unserer Zeit drehten. Während sie in ihren bisherigen Schriften teilweise noch oberflächlich blieb, will sie ihre politischen Ansichten nun, wie sie selbst sagt, auf ein „metaphysisches Fundament stellen, dass eine Synthese aus Avicenna und einem von Marx belehrten Hegel“ darstellt. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, die Ansätze ihres bahnbrechenden Denksystems bereits jetzt vorwegzunehmen. Es sei hier nur so viel verraten: Es handelt sich um eine umfassende Neubegründung der kritischen Theorie, die auch die linke Praxis auf ein völlig neues Niveau zu heben verspricht. Fortan gilt mehr denn je: Mit Wagenknecht siegen – gegen Wagenknecht untergehen. Mit dieser Philosophie im Rücken trotzen wir, tapfer voranstürmend, Neoliberalismus, regressiver Linken und Neuer Rechten! Es kann nun keinen Raum für Abweichung mehr geben!

 

Im zweiten Teilband des Heftes werden wir dann – auch wenn sie im Grunde unnötig sind – einige erläuternde Kommentare zu Wagenknechts Überlegungen abdrucken. Wie gewohnt werden wir auch kritische Stimmen zulassen, solange sie eine gefestigte wagenknechtianische Grundhaltung erkennen lassen.

(Continued)

Subtile Jagden – Nietzsche and the Wagners auf der HARP-Gala

Die offizielle Stellungnahme der Redaktion der Narthex zum Votum des Conne Island-Plenums, dass die von ihr eingeladene Band Nietzsche and the Wagners nicht wie geplant bei der Gala zu ihrem 5. Geburtstag auftreten durfte. Sie erscheint ebenso in der April-Ausgabe des Newsflyers des Conne Island.

 

Offenbar haben Nietzsche and the Wagners einen empfindlichen Punkt getroffen, denn seit fast zwei Jahren werden sie von linken Läden in Leipzig immer wieder ausgeladen. Die Geschichte begann mit dem Atari begim Oktober 2017, als ihr dort geplanter Auftritt kurz vorher abgesagt worden ist und der Laden einen längeren Begründungstext auf seine Website stellte.1)http://bildet-laeden.de/1835/unser-statement-zur-konzertabsage-fur-nietzsche-and-the-wagners/Weitere Absagen und sogar Gewaltandrohungen folgten laut einer Stellungnahme der Band.2)https://www.facebook.com/events/355641368372798/?active_tab=discussion Anlässlich des fünften Geburtstags der HARP, auf dem die Band spielen sollte, wurde die Band auch vom Conne Island-Plenum ausgeladen. Dabei schien der Fall geklärt, als das Plenum im direkten Gespräch mit der Band seine Bedenken aufgab und den Auftritt erlaubte – allerdings nur, um ihn kurz darauf wenige Tage vor der Veranstaltung wieder abzusagen. Ein Auftritt, den das Plenum nicht organisiert hat, und bei dem das Conne Island nicht als Veranstalter fungiert. Begründung war, dass genau zu diesem Zeitpunkt seitens des Atari publik gemacht wurde, dass die Band eine Anzeige gegen den Laden erstattet hatte, weil der Text aus ihrer Sicht juristisch fragwürdig gewesen sei – eine Sichtweise, die die ermittelnde Staatsanwaltschaft nicht teilte. Auch wir meinen, dass es von der Band nicht gerade klug war, diesen Schritt zu gehen – einen Grund für eine Ausladung hätten wir darin jedoch nicht gesehen: Es muss in Ordnung sein, sich gegen Verleumdungen zur Wehr zu setzen, die einem schaden, auch mit juristischen Mitteln und auch, wenn es gegen einen linken Laden geht. Zumal es auch bei diesem Punkt nicht um die Musik der Band ging, sondern nur ihr Verhalten: das auch in diesem Fall nicht auf eine rechte Gesinnung schließen lässt, sondern nur um die Sorge darum, dass das Image der Band Schaden erleidet, wenn sie öffentlich in einem eher suggerierenden als argumentierenden Text als ‚rechtsoffen‘ bezeichnet wird.

Was fürchten denn Conne Island und Atari zu verlieren, wenn Nietzsche and the Wagners spielen? (Continued)

References   [ + ]

Barbara Holland-Cunz über Marx(ismus) und Feminismus

Als kleines Geschenk zum diesjährigen Weltfrauentag und als Geburtstagsgeschenk an unsere treuen Unterstützerinnen und Unterstützer stellen wir einen passenden Auszug aus der Narthex 4, nämlich unseren E-Mail-Dialog mit der Gießener Professorin Barbara Holland-Cunz, nun kostenlos zum Download zur Verfügung. Wir haben mit ihr über brisante Fragen der gegenwärtigen linken und feministischen Debatten gesprochen, u. a. den Band Beißreflexe, die Relevanz materialistischer Theoriebildung, die Rolle von Friedrich Engels als oftmals unterschlagenem Vordenker eines, wie man heute sagen würde, „intersektionalen“ Feminismus und die Utopie einer Rückkehr des ‚Urmatriarchats‘ (vgl. hierzu einen älteren Text von Paul Stephan auf dem HARPblog; dort finden sich auch zahlreiche weitere Artikel zum Thema Feminismus).

Link zum Dialog

Die Philosophie ist immer noch eine krasse Männerdomäne, entsprechend sind auch wir (leider) ein eher männlich dominiertes Projekt; bedeutende Philosophen wie selbst Kant haben Frauen immer wieder die Fähigkeit abgesprochen, philosophisch zu denken. Viele Frauen, die Wichtiges zur Philosophie beitrugen, wurden bewusst verschwiegen. Man denke etwa an die Protofeministin Marie le Jars de Gournay, die u. a. den immer noch lesenswerten Grief des Dames, die „Klage der Frauen“, verfasste, in dem sie sich wortgewandt über eben jene Ausgrenzung beschwert:

Bienheureux es-tu, lecteur, si tu n’es point de ce sexe, qu’on interdict de tous les biens, l’interdisant de la liberté : ouy qu’on interdict encore à peu pres, de toutes les vertus, luy soustrayant le pouvoir, en la moderation duquel la pluspart, d’elles se forment ; afin de luy constituer pour seule felicité, pour vertus souveraines et seules, ignorer, faire le sot et servir. (Quelle)

Sie spottet:

Cetuy-là disant trente sottises, emportera le prix encore par sa barbe. Cestuy-cy sera frappé qui n’a pas l’entendement de le sentir d’une main de femme : et tel autre le sent, qui tourne le discours en risee, ou bien en escopeterie de caquet perpetuel, sans donner place aux responces : ou il le tourne ailleurs, et se met à vomir plaisamment force belles choses qu’on ne luy demande pas.

Sie gab die Schriften ihres Mentors Montaigne heraus und versah sie mit einem beachtlichen Vorwort, ohne sie wäre Montaigne wohl kaum berühmt geworden. Erst 1989 erschien jedoch wieder eine Ausgabe von Montaignes Essays, die es enthielt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Wir finden es gut, dass sich daran viel geändert hat und in den nächsten Jahren sicher noch viel ändern wird.

Dem Eisvogel. Eine Gala // Feier zum 5-jährigen Bestehen der HARP am 10. März im Conne Island (Leipzig)

Hier redet kein „Prophet“, keiner jener schauerlichen Zwitter von Krankheit und Willen zur Macht, die man Religionsstifter nennt. Man muss vor Allem den Ton, der aus diesem Munde kommt, diesen halkyonischen Ton richtig hören, um dem Sinn seiner Weisheit nicht erbarmungswürdig Unrecht zu thun. „Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen, Gedanken, die mit Taubenfüssen kommen, lenken die Welt —“

(Friedrich Nietzsche, Ecce homo)

Die Halkyonische Assoziation für radikale Philosophie existiert – wir wollen es selbst kaum glauben – nun schon seit fünf Jahren: Am 16. Februar 2014 erfolgte gewissermaßen ihre ‚virtuelle Gründung‘ durch die Einrichtung unserer Internetseite, die sich seitdem – was das grundsätzliche Layout angeht – nicht wesentlich geändert hat. Hinzu kam nach etwa einem Jahr unser Blog – und am 25. 1. 2015 erschien zum ersten Mal unsere Zeitschrift Narthex. Heft für radikales Denken, die seitdem jährlich herauskam.

Zwischendurch organisierten wir soviele Vortragsveranstaltungen, Workshops und Lesekreise, dass wir sie an dieser Stelle kaum einzeln auflisten können (vgl. unsere Chronik, die das versucht). Ein ganz besonderer Höhepunkt war dabei das Philosophiefestival Das Eselsfest, das im August 2015 stattfand und im Jahr 2017 einmal fortgesetzt wurde. Es ging dabei jeweils darum, Philosophie, Kunst und Techno bzw. Punk in einen produktiven Dialog treten zu lassen.

Kurzum: Es waren fünf ereignis- und, wie wir hoffen, auch erkenntnisreiche Jahre, die wir am 10. März 2019 mit einer kleinen unserem Maskottchen, dem Eisvogel, gewidmeten Gala begehen wollen. Wie in der Vergangenheit wollen wir dabei die Philosophie nicht für sich stehen lassen, sondern mit anderen Formen des ‚Geistes‘ (ein hohes Wort!) wie Musik und Literatur in Verbindung bringen.

Alles soll sich dabei um unseren Leitbegriff des „Halkyonischen“ drehen, den wir selbst sowie zwei Nietzsche-Forscher aus ihrer je eigenen Perspektive erläutern werden. Das „Halkyonische“ bezeichnet bei Nietzsche eine Stimmung der Ruhe und geradezu Weltfremdheit. Nietzsche spricht dabei von einer höchsten Bejahung der Welt – was freilich nicht mit einer politischen oder moralischen Affirmation verwechselt werden darf, sondern eine ästhetisch-existentielle Grundhaltung bezeichnet; die Welt soll eben nicht als Teilnehmer, sondern als Zuschauer betrachtet werden. Die Bejahung soll so einen intensiveren Weltbezug ermöglichen als die hastige Verstricktheit, die eine solch umfassende Weltbejahung gerade verstellt. Das erscheint uns als ein geeignetes Bild für ein radikales gesellschaftskritisches Philosophieren, das gegenwärtig durch akademische, ökonomische oder politische Vereinnahmungsversuche der Philosophie massiv gefährdet wird. Vergleichbares gilt für die Kunst. Ähnlich gefährdet wie es, im ökologischen Sinne, der Eisvogel ist, der nur mehr in kleinen Reservaten zu überlegen vermag. Wo existieren solche Reservate heute noch und wie können wir sie erneuern, ausbauen und erweitern? Das soll eine der Grundfragen des Abends sein – nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis selbst. (Vgl. hierzu auch den programmatischen Artikel von Paul Stephan in der zweiten Ausgabe der Narthex.)

 

(Continued)