Skip to content

Für eine Assoziation der Hellsichtigen

Eine Assoziation über alle Länder gründen, besonders in Deutschland, die dem Entsetzen Ausdruck verleiht, die keinen affirmativen Glauben haben, weder die Metaphysik noch die Politik. Diese erscheint ihnen im wahnsinnigen Nachkriegseuropa als humane Praxis unmöglich, jene als Galimathias. Die das Grauen des Wirtschaftswunders erfassen, die verlogene Demokratie, die Bestechungsprozesse mit Hitlerrichtern, den Luxus und das Elend, die rancune und Absage an jede Anständigkeit, die Bewunderung der östlichen und westlichen Magnaten, die Auflösung des Geistes, die Verprovinzialisierung der alten Zivilisation, für die wäre die Assoziation eine Art Heimat. Keine Revolution im Schilde führend, weil sie in nacktem Terror endigt, wären sie doch freilich ohnmächtige Erben der Revolution, die sich nicht ereignet hat, die armen Hellsichtigen, die in die Katakomben gehen.

(aus Max Horkheimer: Notizen 1950 bis 1969. Frankfurt a. M. 1974, S. 107)

Einführung in den Links-Nietzscheanismus – Workshop in Meiningen // 15. bis 17. 12. 2017

Einführung in den Links-Nietzscheanismus

Workshop vom 15. bis 17. 12. 2017

in der Bakuninhütte bei Meiningen (Thüringen)

 

Die Einschätzungen zu Nietzsche von linker Seite könnten unterschiedlicher nicht sein: Gilt er den einen als misogyner Protofaschist, halten ihn die anderen für einen zentralen Impulsgeber kritischer Theorie, vielleicht gar wichtiger als Marx. Die Geschichte des Links-Nietzscheanismus ist dabei wissenschaftlich kaum erforscht, die Wichtigkeit dieser geistigen Strömung jedoch nicht zu leugnen: Mit Frankfurter Schule und Post-Strukturalismus zählen schließlich die beiden wichtigsten Großschulen linker Theoriebildung Nietzsche zu ihren Annalen als konstitutiven Stammvater, aber etwa auch Situationismus, Existenzialismus, Surrealismus, Anarchismus und Feminismus knüpfen in zentralen Punkten an Nietzsche an. Zugleich gibt es aber auch eine nicht zu leugnende Tradition des Rechts-Nietzscheanismus, die im Nietzsche-Kult von Teilen der NSDAP gipfelte. Wie geht das zusammen?

Es wird um vorherige Anmeldung gebeten, um den Reader und Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten zu erhalten. Benutzt dafür am besten unser Kontaktformular.

Der Referent Paul Stephan hat in Frankfurt a. M. und Dublin Philosophie, Soziologie und Germanistik studiert und promoviert in Freiburg über das Konzept der Authentizität bei Kierkegaard, Stirner und Nietzsche. Er ist Mitglied der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie und als solcher Mitherausgeber der Zeitschrift Narthex. Heft für radikales Denken.

Der Workshop wird veranstaltet vom Wanderverein Bakuninhütte e. V. und der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie.

Das Eselfest II: Philosophie, Punk, Saufen

25. August 2017

12 Uhr bis open end

Rebstockpark ffm

„Nächst jedem Kaufladen sah ich einen Saufladen[.]“ (Friedrich Nietzsche)

Vorträge, Performances, Überraschungen.

Gefördert vom studentischen Projektrat der Goethe-Universität.

Mehr Informationen.

Call for Members: Der HARPblog sucht neue Mitglieder

 

Ich denke jetzt, wenn ich kann und an jedem Ort, darüber nach, durch welche Schläue ich Dich und mich zusammenbringe, besonders um Dich aus Deiner erratischen Blog-Einsamkeit zu erlösen. Hier  läßt sichs bereits leben, weil man so viel demokratischen Takt hat, um den „Narren auf eigne Faust“, die Existenz zu gönnen.

 

(Friedrich Nietzsche)

 

Seit 2015 versammelt der Blog der „Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie“ (HARP) Beiträge unterschiedlichster Couleur: Sechs Autoren sowie einige Gastautoren veröffentlichten fast hundert Tagungsberichte, Rezensionen, Zeichnungen, Dialoge, Aphorismen u. v. m. auf Deutsch und Englisch. Inhaltlich ging es dabei um alle Gebiete des „Geistes“ vom Neolithikum bis zur Kulturindustrie, von der Antike bis zu Gilles Deleuze. Einige unserer Beiträge hatten hunderte Leser*innen.

Die HARP ist ein deutschlandweit agierender Zusammenschluss von Philosophieinteressierten mit lokalem Arbeitsschwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet. Der Blog soll in loser Beziehung zu den sonstigen Aktivitäten der HARP stehen, zu denen im Augenblick neben dem Betrieb des Blogs insbesondere die Herausgabe der jährlich erscheinenden Philosophie-Zeitschrift Narthex. Heft für radikales Denken gehört. Ziel der HARP ist dabei die akademisch nicht gebundene und ideologisch offene philosophische Reflexion, sie sieht sich dabei vor allem in der Tradition materialistischen Denkens in all seinen Spielarten.

 

Wir würden nun gerne unser Team erweitern und suchen daher engagierte Autor*innen, die Lust darauf haben, auf dem HARPblog regelmäßig Artikel oder sonstige Beiträge zu publizieren und sich an unseren internen Diskussionen zu beteiligen. Erwartet wird darüber hinaus eine finanzielle Beteiligung an den (sehr geringen) laufenden Betriebskosten des Blogs.

 

Wir bieten eine bereits fertig eingerichtete und etablierte Publikationsplattform. Abgesehen von einigen wenigen formalen und inhaltlichen Kriterien findet eine Zensur oder sonstige Kontrolle der Beiträge findet dabei nicht statt – jede*r Autor*in ist für seine/ihre Beiträge selbst verantwortlich.

 

Du musst einfach nur ein kurzes Statement zu deiner Person und Motivation und deinen zeitlichen Möglichkeiten an uns schicken sowie einen Beispieltext, der dann idealerweise der erste auf dem HARPblog veröffentlichte Texte von Dir ist.

 

Die Einsendung sollte bis zum 1. 11. 2017 an harp [ät] riseup.net erfolgen. Dorthin können auch alle Fragen zur HARP und zum Blog gerichtet werden.

 

Die Adresse des Blog: http://blog.harp.tf

 

Die Homepage der HARP: http://harp.tf

 

 

Release der Narthex 3: „… Nietzsche ! – …“

Release der Narthex 3: „… Nietzsche ! – …“

23. 2. 2017 ab 18 Uhr

Knobbe // Koblenzerstraße 9 // ffm

mit Beiträgen von Paul Stephan / Niklas Fiedler / Achim Szepanski / Acéphale / u. v. m.

 

Ich will kein Heiliger sein, lieber noch ein Hanswurst… Vielleicht bin ich ein Hanswurst… Und trotzdem oder vielmehr nicht trotzdem — denn es gab nichts Verlogneres bisher als Heilige — redet aus mir die Wahrheit. — Aber meine Wahrheit ist furchtbar: denn man hiess bisher die Lüge Wahrheit.

 

Pünktlich zum Luther-Jahr widmet sich die Narthex 3 dem vielleicht radikalsten Religionskritiker des 19. Jahrhunderts: dem Philosophen Friedrich Nietzsche. Es handelt sich um eine Nachlese des legendären „Eselsfests“  – und vielleicht eine Vorschau auf kommende. Der Nietzsche-Forscher Paul Stephan wird Überlegungen zu des Philosophen eigentümlichem Gebrauch der Satzzeichen vorstellen, der Zeichner Niklas Fiedler seinen Comic zu Zarathustras Rede Von der Erlösung, der Techno-Theoretiker Achim Szepanski wird über Nietzsche und elektronische Musik sprechen. Und es warten einige Überraschungen. Das Nietzsche-Heft versammelt darüber hinaus Beiträge von Acéphale, Helmut Heit, Dagmar Kiesel und Alex Colligs. Es ist für 4 € an zahlreichen Verkaufsstellen in ganz Deutschland oder online über den HARPshop zu beziehen.

Gefördert vom studentische Projektrat, vom AStA und von der Fachschaft 10 der Uni Frankfurt, der Fachschaft Philosophie und dem StuRa der Uni Freiburg sowie dem AStA der TU Darmstadt.

Zum Inhaltverzeichnis als pdf.

Zum Editorial als pdf.

Selbstdarstellung der Narthex in der Ausgabe 1/2017 der AStA-Zeitung der Uni ffm.

 

 

Video-Mitschnitt der „Bastelstube des Denkens“

Unser Weihnachtsgeschenk an die Welt: Der komplette Mitschnitt der „Bastelstube des Denkens“ als Video auf youtube.

Wir wünschen allen Freund*innen des Eisvogels eine besinnliche Weihnachtszeit und freuen uns auf 2017, ein Jahr, in dem der Halkyon auch nicht untätig bleiben wird. U. a. wird voraussichtlich im Februar die dritte Ausgabe der Narthex zum Thema … – Nietzsche! – … erscheinen.

Mitschnitt Buchvorstellung „Non-Marxismus“

Der Mitschnitt der Vorstellung des Buches Non-Marxismus. Finance, Maschinen, Dividuum mit dem Autor Achim Szepanski und Frank Engster ist jetzt online: Link.

23. 11. // Vortrag: „Nietzsches Kritik an Bildung und Wissenschaft“ von Paul Stephan // 14 Uhr 30 // Markplatz der kritischen Initiativen

Im Rahmen des nunmehr dritten „Marktplatzes der kritischen Initiativen“ wird die HARP in diesem Jahr nicht nur wie bisher mit einem Stand präsent sein, sondern wir haben Paul Stephan eingeladen, im Auftrag der HARP einen Vortrag über Nietzsches Bildungs- und Wissenschaftskritik zu halten. Er wird im 14 Uhr 30 im PEG am IG-Farben-Campus stattfinden, der genaue Raum wird dann dort zu erfahren sein.

Paul Stephan beschäftigt sich seit Jahren mit verschiedenen Aspekten von Nietzsches Philosophie, er versucht dabei stets Nietzsche im Kontext seiner linken wie rechten Rezeption im 20. Jahrhundert (Frankfurter Schule, Existenzphilosophie, Post-Strukturalismus) zu betrachten. Dieser Vortrag soll dabei kein Fachvortrag sein, sondern konkrete Bezüge von Nietzsches Denken zur aktuellen Situation der Hochschule aufzeigen und Impulse für eine verändernde Praxis liefern.

Zu einem Artikel von Paul Stephan zu dem Thema auf dem HARPblog.

Auch Paul Stephans programmatischer Text zum Begriff des „Halkyonischen“ bei Nietzsche aus der Narthex 2 setzt sich mit dessen Relevanz für eine Konzeption utopischer Bildung und Wissenschaft auseinander. Er kann online hier gelesen werden – und natürlich kann man die Narthex 2 auch bei unserem Stand erwerben.

Der Stand der HARP wird wieder einmal für Müde koffeinhaltige Limonade mit dem Geschmack einer südamerikanischen Pflanze bereit halten – und es wird dieses Mal ein besonderes Sonderangebot geben!

(Continued)

Buchvorstellung Achim Szepanski: „Der Non-Marxismus – Finance, Maschinen, Dividuum“ // Mit dem Autor und Frank Engster // Do, 20. 10., 20 Uhr // IZ, Koblenzer Straße 17

Anlässlich des Erscheinens des Buches Der Non-Marxismus – Finance, Maschinen, Dividuum von Achim Szepanski diskutieren der Autor und Frank Engster (Das Geld als Maß, Mittel und Methode) über die Rolle und Bedeutung des finanziellen Kapitals für die kapitalistische Ökonomie. Es geht um die kritische Analyse der immanenten »Gesetzmäßigkeiten« des Kapitals und seiner Relation zur modernen Finance. Die Analyse betont die entscheidende Rolle der neuen Form des spekulativen Geldkapitals (Derivate) für die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Machtbeziehungen.

Donnerstag, 20. 10., 20 Uhr

International Zentrum, Koblenzer Straße 17

Eine gemeinsame Veranstaltung von Laika-Verlag, NON und HARP.

Gefördert vom Referat für politische Bildung des AStA der Uni ffm.

Aus der Bastelstube des Denkens – Eine philosophische Werkschau

Aus der Bastelstube des Denkens

Eine philosophische Werkschau

 

Am 16. Juli 2016 im Multiversum

(Bieberer Straße 13, Offenbach)

 

Die Philosophie scheint neben der Kunst eine der wenigen Nischen, in denen dem alten Ideal des selbstständigen Handwerksmeisters, dem Prototyp des Bürgers, in einer Zeit massiven Verlust an individueller Selbstständigkeit durch Arbeitsteilung und Digitalisierung ein – wenn auch kümmerliches – Fortwesen zugeteilt wird. Hier darf sich der Mensch noch als Selbst fühlen, das in relativer Unabhängigkeit vor sich hin werkelt und ganz DIY-mäßig Arbeiten produziert, die als Spiegel und Ausdruck der eigenen Individualität und Authentizität fungieren können. Sie ist ein Asyl für Verschrobenes und Antiquiertes, Verspieltes und sonst wie Abseitiges, einer Rumpelkammer oder – schlimmer vielleicht noch – einem Museum gleich, in denen gesamtgesellschaftlich kaum mehr benötigten Antiquitäten vor der finalen Verschrottung eine letzte Heimstätte als Rarität gewährt wird.

Entgegen der Tendenz, auch dieses Reservat noch aufzulösen durch, womöglich gar „exzellente“, Professionalisierung und Rationalisierung der Philosophie – in der sich ihre „goldenen“ wissenschaftlichen Sturm-und-Drang-Perioden als Farce wiederholen –, geht es uns eher darum, uns dieses – sicherlich selbst kitschig und abgestanden gewordene – Bild der Philosophie in einer reflexiven Weise anzueignen, die seiner Begrenztheit gewahr ist und sie womöglich dadurch überschreitet hin auf die Vorstellung einer – in einer vollständig digitalisierten Welt womöglich gerade erst möglichen – utopischen Bastelstube, in der es keinen Unterschied mehr zwischen drinnen und draußen gäbe, sondern die die gesamte Welt umfasst und in der sich der Bastler nicht wie ein abseitiger Sonderling, sondern wie ein heimisch gewordener bewegte, die nicht mehr feindliche Wüste, sondern freundliche Spielwiese wäre.

Dementsprechend verstehen sich die vorgestellten Gedanken auch weder als Werke noch als Stücke eines größeren Werkes im Rahmen einer repressiven Arbeitsteilung, sondern als im ständigen Werden begriffene Basteleien, die sich zu ihrer Umwelt in multiplen Beziehungen permanenter Resonanz befinden und selbst zu Elementen neuer Basteleien werden können und sollen. Eher Ratschlag als Ratgeber, eher Exkurs als Kapitel, eher Experiment und Hypothese als Theorie. Vielleicht auch bloß provisorisch zusammengeleimt. Auf jeden Fall eher in der Lage ihrerseits Resonanzen zu entfalten als jedwede Art von System.

 

Programm:

 

11 Uhr: Niklas Fiedler (Frankfurt am Main): Ewigkeit im Wandel der Zeit. Die Veränderung eines Begriffs durch die Fotografie

12.15 Uhr: Adrian Paukstat (Augsburg): Salafiyya und „Salafismus“: Fragen zum Verhältnis von Mythos und Aufklärung im islamischen Reformdenken

12.15 Uhr: Nicky Mühlhäuser (Frankfurt am Main): Unmöglichkeit und Notwendigkeit der Identität zu entfliehen – Das Paradox der Philosophie bei Gilles Deleuze und Theodor W. Adorno

 

15 Uhr: Georg Spoo (Freiburg): Adornos Praxiskritik und Krahls Adornokritik

15 Uhr: Marcus Döller (Frankfurt am Main): Behauptung im Nachlass als Befragung des Werkes – Der Weg zur Tragödie als ethische Befreiung im ästhetischen Spiel [Über Nietzsche]

16.15 Uhr: Michael Jekel (Frankfurt am Main): Max Horkheimer: „Lenin, Empiriokritizismus“. Max Horkheimers Reaktion auf Lenins erkenntnistheoretische Streitschrift „Materialismus und Empiriokritizismus“

 

18.30 Uhr: Paul Stephan (Frankfurt am Main): Der Maus – Ein Ex-kurs

19.15 Uhr: Martín Ramirez (Jena): Die schöpferische Zerstörung des Selbst: Charles Bukowskis Kritik der Moderne

19.15 Uhr: Rafael Rehm (Darmstadt): Die Bedingung der Möglichkeit der Mobilisierung einer kritischen Masse anbetracht der Katastrophen des 19. und 20. Jahrhunderts nach einer Dialektik der Geschichte von Walter Benjamin

 

Ab 21 Uhr: Halkyonischer Barabend mit Musik von Lei Feistung und Bill B. Wintermute vom Institut de Déstabilisation.

 

Gefördert vom studentischen Projektrat der Goethe-Universität.

(Continued)